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Die HRE Familienpleite 2007

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Unter der HRE Holding haben sich vier Banken (siehe GB 2007, S. 43) befunden. Funke war also kein Banker, sondern der Holdingvorstand. Bei der Mutter HRE-Holding AG hatte die BaFin aber nichts zu melden, denn sie war keine Bank. Auf dieses missliche Konstrukt wies auch die BaFin immer wieder hin, wenn sie nach ihren Überwachungsmaßnahmen im Vorfeld der Krise gefragt wurde. Umso mehr wäre der Abschlussprüfer als Teil der Finanzmarktaufsicht gefordert gewesen.

Für den Kauf der DEPFA musste die HRE einige Mrd. Euros mehr zahlen als das erworbene Nettovermögen der DEPFA ausmachte. Damit musste man auch im HRE Abschluss einen Goodwill bilanzieren, wollte man nicht gleich Verluste ausweisen. Dieser 2,2 Mrd. hohe Goodwill für die DEPFA im Abschluss 2007 war aber noch ein vorläufiger Wert, weil das Vermögen und die Schulden noch nicht abschließend festgelegt werden konnten, schrieb die HRE im Geschäftsbericht. Der vorgelegte und testierte Jahresabschluss 2007 muss dann wohl noch ein vorläufiger Abschluss gewesen sein!

Abbildung: HRE Goodwill 2,2 Mrd. ungeklärte Posten

rgb-s021-ww-22-hre-goodwill

Ein Jahr später wurde der Hoffnungswert Goodwill über 2,2 Mrd. € ausgebucht. Auch hier stellt sich die Frage, warum der Abschlussprüfer - trotz der enormen Risiken, die durch den DEPFA-Kauf in die HRE-Bilanz kamen - nicht bereits 2007 auf eine Goodwill(teil)abschreibung bestand. Damit hätte man öffentlich machen können und müssen, dass bei der HRE wegen des Depfa-Kaufs Handlungsbedarf bestand, dass der HRE Vorstand viel Geld für ein auslaufendes „Zinszocker-Geschäftsmodell“ ausgegeben hatte.

Durch welche hohen künftigen Einnahmen aus der Depfa-Beteiligung war dieser Goodwill nach Ausbruch der Finanzkrise zum 31.12.2007 noch gerechtfertigt?

Von einem Impairmenttest des Goodwills kann man im Geschäftsbericht 2007 nichts lesen. Kann daraus geschlossen werden, dass der Wertansatz nicht überprüft wurde? Diese Überprüfung ist aber nach IAS 36, 9 vorgeschrieben. Zusätzlich fehlen auch Angaben über die Berechnung des Goodwills.
Es besteht der Verdacht, dass ein Großteil des 2008 ganz abgeschriebenen Goodwills bereits das Erwerbsjahr 2007 betraf. 2008 wurde aber nicht nur der Goodwill von 2,2 Mrd. €, sondern das gesamte 5,5 Mrd. umfassende Depfa-Engagement abgeschrieben. Viel mehr Vermögen hatte die HRE-Holding auch nicht, sagte BaFin Präsident Sanio im HRE-Untersuchung- sausschuss 2009. Wir fragen uns, auf Grund welchen belastbaren Planzahlen, Prüfungsannahmen konnte der Abschlussprüfer KPMG diesen Goodwill 2007 noch uneingeschränkt testieren? Schließlich konnte er sich von dem schlechten Risikomanagementsystem persönlich durch die eigene Due Diligenceprüfung überzeugen. Hatte der Depfa-Abschlussprüfer PwC der HRE und damit auch dem Prüfer KPMG unzureichende Zahlen geliefert? Für die Staatsanwaltschaft gibt es noch viel aufzuklären!

Den vollständigen Artikel finden Sie, mit allen Fußnoten, im wp.net Magazin 2011.
Sie können in hier auf der Site ansehen oder hier als PDF Dokument herunterladen

   

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