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Presseinformation 11.10.2011

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Verband für die mittelständische
Wirtschaftsprüfung e. V.

Mittelständische Wirtschaftsprüfer betonen den öffentlichen Auftrag der Wirtschaftsprüfung

  • EU-Kommissionsvorschläge sind gut geeignet, um das Vertrauen in die Abschlussprüfung wiederherzustellen
  • Prüfstandards müssen entbürokratisiert und in einem demokratischen Verfahren von der WPK festgelegt werden 

Leipzig, 11.10.2011 – Der Verband wp.net, der eine große Zahl kleiner und mittelständischer Unternehmen für Wirtschaftsprüfung vertritt, hat auf dem 1. Kongress der Mittelständischen Wirtschaftsprüfer in Leipzig den öffentlichen Auftrag der Wirtschaftsprüfung zum Schutz der Kapitalmärkte betont.

Seit der globalen Finanzkrise, dem darauf folgenden Grünbuch „Abschlussprüfung“ der EU-Kommission und den Neuwahlen zur Wirtschaftsprüferkammer (WPK) befindet sich die Branche der Wirtschaftsprüfer in einem heftigen Umbruch. Corinna Ahrendt, Vorstandsmitglied von wp.net und Vizepräsidentin der WPK, betonte in ihrer Eröffnungsrede: „Der öffentliche Auftrag der Wirtschaftsprüfung muss zum Schutz der Kapitalmärkte wieder in den Vordergrund gerückt werden und nicht der Kampf um Marktanteile auf dem Wirtschaftsprüfermarkt.“

Grünbuch ist Bekenntnis zur Stärkung mittelständischer Wirtschaftsprüfer
Zu den in der letzten Woche bekannt gewordenen neuen Anforderungen des Grünbuchs „Abschlussprüfung“ der EU-Kommission erklärte Dr. Johannes von Waldthausen, geschäftsführender Vorstand von wp.net und Vorsitzender des Beirates der Wirtschaftsprüferkammer: „Mit dem Grünbuch zum Bereich Abschlussprüfung hat die EU-Kommission ein Bekenntnis zur Stärkung mittelständischer Wirtschaftsprüfer abgegeben und auch gezeigt, dass die Finanzkrise deutliche Schwächen in punkto belastbarer und unabhängiger Abschlussprüfungen offenbart hat. Das Vertrauen in diese Testate ist aber sowohl für die Märkte als auch die Öffentlichkeit elementar. Geplante Maßnahmen für mehr Unabhängigkeit des Abschlussprüfers wie die Mehrjahresbestellung, die externe Rotation, aber auch die Erkenntnis einer unverhältnismäßigen Überregulierung kleiner und mittlerer Prüfungsgesellschaften, lassen auf eine künftig geringere Marktkonzentration weniger großer Akteure hoffen“. Der Verband sieht daher im Grünbuch die Chance, dass Missstände, die den gesamten Berufsstand betreffen, aufgehoben werden.

Mittelstand findet sich in nationalen Prüfungsstandards kaum wieder
Dass vom EU-Grünbuch auch wesentliche Impulse auf die nationalen Regelungen zur Abschlussprüfung ausgehen werden, erhoffen sich viele der mittelständischen Kongressteilnehmer. Die geltenden Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) berücksichtigen die mittelständischen Interessen kaum und haben, obwohl sie keinerlei Rechtsverbindlichkeit besitzen, zu einer Marktbereinigung durch übertriebene Qualitätssicherung im Bereich der KMU Wirtschaftsprüfung geführt.

Michael Gschrei, geschäftsführender Vorstand von wp.net und neuer Präsident der Wirtschaftsprüferkammern (WPK), sieht die Tatsache, dass ein privatrechtlicher Verein Prüfstandards für eine ganze Branche festlegt, kritisch: „Die ISA-Regeln werden vom IDW vor allem im Sinne großer Wirtschaftsprüfungskonzerne interpretiert, wodurch mittelständische Prüfer, aber letztlich auch deren Kunden – der Mittelstand – das Nachsehen durch übermäßige Bürokratie haben. Hier könnte ein Mitspracherecht der Wirtschaftsprüferkammer, in der alle deutschen Wirtschaftsprüfer verpflichtend Mitglied sind, für mehr Demokratie sorgen“. Auf fachlicher Ebene kann dazu die so genannte skalierte Prüfung einen wichtigen Beitrag zum Bürokratieabbau bei gleichbleibender Qualität leisten. In einem Vortrag dazu erläuterte Phil Cowperthwaite, Mitglied des internationalen Gremiums IAASB, dass die ISA Regeln erlässt, den aktuellen Stand der Anpassungen.

Prüfstandards, welche die Größe der geprüften Unternehmen stärker berücksichtigen, sind nach Auffassung von wp.net ein wichtiger Schritt zur Entbürokratisierung der Abschlussprüfung von KMU und eine große Entlastung mittelständischer Wirtschaftsprüfer. Wichtig dabei ist, dass die gesetzlichen Regelungen und Standards eine einheitliche Qualität der Testate für alle Wirtschaftsprüfer gewährleisten.

Gschrei tritt zum Ende des Kongresses als Vorstandssprecher von wp.net zurück
Michael Gschrei, der die Verbandsgeschäfte seit dessen Gründung geführt und entscheidend geprägt hat, verkündete bei seiner Grußrede zum Kongressbeginn seinen Rücktritt als Vorstandssprecher des Verbandes: „Wp.net hat auf dem Weg nach oben erst das Basislager Wirtschaftsprüferkammer erreicht. Ich bin sehr stolz, dass ich das Team und den Berufsstand dorthin führen durfte. Die WPK ist aber nicht der Gipfel in einer globalisierten Welt der Wirtschaftsprüfung. Für den weiteren Aufstieg braucht es nun ein frisches Team – voller Tatendrang und Begeisterungsfähigkeit. Mit Ablauf des Kongresses trete ich daher vom Amt des Vorstandssprechers von wp.net zurück. Mit meinem Nachfolger, Dr. Johannes von Waldthausen, wird die Arbeit des Verbandes im Dienst der mittelständischen Wirtschaftsprüfung erfolgreich fortgesetzt werden“. Gschrei selbst will sich neben seinen beruflichen Verpflichtungen von nun an voll auf sein Amt als Präsident der Wirtschaftsprüferkammer konzentrieren. 

Über wp.net e. V. Verband für die mittelständische Wirtschaftsprüfung
Der 2005 gegründete Verband hat rund 1.100 Berufsträger und Unternehmen aus dem Bereich kleiner und mittelständischer Wirtschaftsprüfer, die freiberuflich oder in Kanzleien, Sozietäten und Gesellschaften tätig sind. Der noch junge Verband ist angetreten, um dem Mittelstand deutscher Wirtschaftsprüfer mehr Gewicht in Berlin und Brüssel zu verleihen und damit eine Schieflage etablierter Interessenvertretungen der Branche zu Gunsten großer Prüfungsunternehmen auszugleichen. Nach Meinung des Verbandes kommt der Wirtschaftsprüfung eine Mitverantwortung für das Funktionieren der Marktwirtschaft zu. Ziel ist es daher auch, die Wichtigkeit des öffentlichen Auftrags des Wirtschaftsprüfers nach außen zu repräsentieren. Zentrales Anliegen ist neben einer Erhöhung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers die Befreiung der Abschlussprüfung von unnötiger Bürokratie, um diese für mittelständische Wirtschaftsprüfer wieder attraktiv zu machen. Die Einbeziehung von wp.net in die Konsultation zum EU-Grünbuch durch die Europäische Kommission sowie die Erreichung  wichtiger Veränderungen in der Wirtschaftsprüferkammer bestätigen den Verband darin, auf einem guten Weg zu sein.

Pressekontakt:
wp.net e. V. Verband für die mittelständische Wirtschaftsprüfung
Corina Ahrendt, Mitglied des Vorstandes
König Albert Haus (Aufgang A)
Markt 9
04109 Leipzig
Mobil +49 (0)1578 2112105

   

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