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WPK-Satzungen nach dem Stuttgarter Treffen auf dem Wege zur Verabschiedung.

 

Bei der Berufssatzung und Satzung für QK haben wir am 23.05.2016 eine Einigung erzielt. Es ging nicht um Kleinigkeiten, wie man es in einigen Mitteilungen lesen konnte. 

 

Kompromisse sind Wege und keine Standpunkte. Auch wir mussten dem Vorstand bei der Berufssatzung und der Satzung für Qualitätskontrolle entgegenkommen.

 

Zur Berufssatzung für WP/vBP:

 

a) Wir konnten § 8 Abs. 2 BS dahingehend ergänzen, dass der Bestätigungsvermerk nach ISA keine  Nachbildung des BV nach § 322 HGB ist.

 

Damit können bei freiwilligen Abschlussprüfungen durch Anwendung der ISA-Standards die weitreichenden Anforderungen der gesetzlichen Abschlussprüfung im 4. Abschnitt der Berufssatzung  vollständig ersetzt werden. Da ISA diverse Skalierungsmöglichkeiten bei der Prüfung kleiner organisatorischer Einheiten sowie bei der Prüfung durch den verantwortlichen Wirtschaftsprüfer selbst enthalten, führt dies zu zahlreichen Erleichterungen

 

Da wp.net die ISA-Anwendung seit  2016 unterstützt, müssen die ISA-Anwender nicht auf die Bescheinigung ausweichen, sondern können bei freiwilligen Abschlussprüfungen einen international anerkannten Bestätigungsvermerk verwenden.

 

Ergebnis: § 8 II BS-neu geht zwar noch über die EU-Reform und WPO durch den Einbezug eines dem § 322 HGB nachgebildeten BV hinaus; es besteht aber quasi ein Wahlrecht durch die ISA-Anwendung zu Erleichterungen zu kommen und einen vollwertigen BV zu erteilen.

 

b) Bei der Berichtskritik haben wir die Umkehrung der Regel-Ausnahme-Vorschrift erreicht. Dies bedeutet, dass wir künftig bei § 316-Abschlussprüfungen ausgehend vom Risiko des Mandats (Art, Branche, Komplexität) entscheiden müssen, ob und welche auftragsbezogenen QS-Maßnahmen zu ergreifen sind.  Dazu gehört die Konsultation, die Berichtskritik und auftragsbegleitende QS. Hier war es uns wichtig, diese Auswahl nicht an das Prüfungsrisiko zu koppeln.

 

Damit wurde auch die Ausgestaltung der Berichtskritik (Person, Prüfungstätigkeit) in die Entscheidungsbefugnis des Abschlussprüfers gelegt. Der Berichtskritiker soll nicht an der Prüfung des Berichtsteils mitgewirkt haben.

 

Ergebnis: Diese Regelung stärkt die Eigenverantwortung des Abschlussprüfers und ist für einen  verantwortungsbewussten WP/vBP eigentlich selbstverständlich. Die grundsätzliche Pflicht zur Berichtskritik ist damit abgeschafft.

 

Die Durchführung der auftragsbegleitenden QS ist damit weiter nach hinten gerückt. Denn Teile der abQS können durch Einzelmaßnahmen geregelt werden. So wurde bisher die Frage des Going Concern unter die abQS subsumiert. Dies gehört der Vergangenheit an, diese  Frage kann auch durch eine Konsultation geregelt und gelöst werden.

 

Ergebnis: Mehr eigenverantwortliche Qualität, weniger Bürokratie.

 

c. Bei der Nachschau wurde die geforderte Selbstvergewisserung eingeführt, wenn kein fachlich und persönlich geeigneter Mitarbeiter zur Verfügung steht.

 

Ergebnis: Wir sind vollkommen zufrieden mit dieser Regelung.

 

d. Wir wollten die Auslagerung (§ 62 BS) von Prüfungsleistungen mit konkreten Qualitätselementen  versehen und die Ausgestaltung der Auslagerung  nicht den Big4-Gesellschaften selbst überlassen. Dies war leider nicht zu erreichen. Wegen des Hinweises, dass auch die Beschäftigung von Mitarbeitern der Steuerkanzlei bei der WPG auch eine Auslagerung nach § 62 BS sei und deswegen noch nicht überschaubare Spätfolgen haben könnte, haben wir von dieser Erweiterung Abstand genommen.

 

Ergebnis: Wir sind nicht zufrieden. Wir meinen, der Ausschuss hätte sich der Fragen zur Auslagerung schon früher und intensiver annehmen müssen.

 

Zur Satzung für Qualitätskontrolle:

 

a. Die klaren Regelungen für die Prüfung des QSS bei kleinen und mittleren Praxen haben wir nun konkret in § 51 Abs. 2 der Berufssatzung verankert. Damit wurde die VO 1 /2006  insoweit übernommen, dass bei einfachen organisatorischen Strukturen und geringer Aufgabendelegation über die Dokumentation die Einhaltung der Berufspflichten erbracht werden kann. Bei der Verwendung eines standardisierten QSHB sind die Dateien, die anwendbar sind, zu kennzeichnen.

 

Ergebnis: Unsere Forderung nach Skalierung des QSS wurde übernommen. Die Berufssatzung ist dazu auch der besser Ort.

 

b. Wir wollten die Grundsätze der Spruchpraxis des Landgerichts Berlin zu Berufspflichtverstößen bei der Sonderuntersuchung in der Satzung für QK verankert wissen.

 

Dies ist uns nicht gelungen. Jedoch wurde klargestellt, dass die KfQK erst ihren eigenen Maßnahmenkatalog ausschöpfen soll, bevor sie diesen Fall einer zweiten Strafprüfung durch den Vorstand zuführt. Unterstützt hat uns bei der Entscheidung die Zusage der Vorstandsvertreter, die Blockadehaltung bei der Besetzung der KfQK mit Personen aus dem wp.net-Kreis aufzugeben  und die Wahl von zwei Vertretern des wp.net unterstützen zu wollen.

 

Ergebnis: Die Aufgabe dieser Forderung macht nur Sinn, wenn der Vorstand Wort hält und die Wahl von zwei Vertretern von wp.net in die KfQK unterstützt.

 

c. Wir wollten bei der QK Gerechtigkeit bei der Stichprobenauswahl. Die Wirtschaftsprüfer der großen Gesellschaften werden bei der Qualitätskontrolle nur rudimentär mit Stichproben belastet. Viele Berufsangehörige kommen bei den geringen Stichproben mit einer Qualitätskontrolle kaum in Kontakt.

 

Hier wurde von Seiten des Vorstands  die völlige Ablehnung unseres Vorschlags signalisiert. Eine Annäherung also nicht möglich.  Dies können wir bei den bisherigen Vorteilen bei der QK gut nachvollziehen.

 

Die Aufgabe unserer Position macht nur Sinn, wenn zwei wp.net-Vertreter in die KfQK berufen werden. Wir haben damit einen Vertrauensvorschuss erbracht. Zum anderen wird durch § 57a WPO auch mit Unterstützung der Big4 und des IDW der Prüfungsvermerk bei der QK ab 17.06.2017 geändert. Künftig gibt der PfQK nur noch eine Negativ-Assurance ab. Dies bedeutet, "dass dem Prüfer keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die gegen die Annahme sprechen, dass die Wirksamkeit des QSS ....  gewährleistet". Bislang hat der Prüfer eine positive Aussage zum QSS abgegeben.

 

Ergebnis: Wir halten die bisherige Bevorzugung der großen Einheiten  mit den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit nicht vereinbar. Wir hoffen, dass wir künftig  mit zwei Vertretern unseres Vertrauens in der KfQK für die Mehrheit der von der QK betroffenen Praxen mehr  erreichen können und deswegen diese Kröte geschluckt haben.

 

Wenn Sie Prüfer f. QK sind und Interesse an der Mitarbeit in der KfQK haben, schicken Sie uns bitte eine kurze Nachricht per Mail.

 

Mehr zu den Satzungsänderungen und eine Kurze Einführung in ISA erhalten Sie auf der Mitgliederversammlung 2016.


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